"A Picture a Day Keeps the Doctor Away" 2005-2006



























































2005-2006
Zeichnungen in Buch; Papier, verschiedene Stifte
40x40cm

... basiert auf meiner Diplomarbeit aus dem letzten Studienjahr der Bildenden Künste an der Ecole cantonale d'art de Lausanne (Ecal). Die Arbeit ist wie ein Bildertagebuch, welches aus individuellen Zeichnungen auf Papier besteht.

Die Zeichnungen stellen Schnappschüsse aus täglichen Situationen dar; Banalitäten, Höhen und Tiefen, Expressionen, Impressionen oder einfach Erfahrungen des Lebens. Der Inhalt der Zeichnungen, insbesondere solche mit unpassenden oder verwirrenden Texten, sind nicht offensichtlich und klar verständlich für den Betrachter. Dieser wird eingeladen, seine eigenen Meinung und Gedanken zu machen und kann beim Betrachten versuchen, sich in mich zu versetzen. Der Gebrauch von Kugelschreiber, Eddingmarker, handelsüblichen Leucht-, Bunt- und Metallic-Stiften aus dem Supermarkt unterstreicht den Zusammenhang zum alltäglichen Leben.

Als ich jung war, hatte ich immer ein Skizzen- oder Tagebuch mit mir dabei. Darin malte ich Zeichnungen und schrieb fast jeden Tag Gedichte. Als ich im September 2005 eine Ausstellung von Paul Klee besuchte, inspirierte mich die Tatsache, dass er annähernd tausend Bilder in einem Jahr gemalt hatte. Nach einigen minder schwierigen mathematischen Betrachtungen schliesst man, dass er etwa drei Zeichnungen pro Tag fertigstellte. Dies nahm ich mir als Vorbild und damit war der Grundstein gelegt für die treibende Idee, aus welcher dann die vorliegenden Arbeiten entstanden.

Die Künstler David Shrigley, Danica Phelps und Banksy , welche ich sehr bewundere, arbeiten ebenfalls mit Zeichnungen, Texten sowie mit einer zeitlichen Komponente. Beeinflusst wurde meine Arbeit von dokumentarisch anmutenden Werken der Nabis-Künstlergruppe, insbesondere jene von Edouard Vuillard , Pierre Bonnard, Félix Valloton. Mehr noch konnte ich im Rahmen des Studiums von meinen Mentoren, Karim Noureldin und Francis Baudevin (während des Vordiplomjahres), sowie von John Armleder und Gloria Friedmann (während des Diplomjahres) profitieren. Sie trugen sicher auch dazu bei, dass diese Arbeit ein Erfolg wurde.

Eine Besonderheit stellt das Bildertagebuch aus dem Jahre 2005-2006 dar, das im Format 40cm x 40cm in schwarzem Leinen gebunden ist, in welchem sich die einzelnen Zeichnungen befinden. Es wurde an der Diplomausstellung als Installation präsentiert. Die Installation eines kleinen Wohnzimmers oder "Wohlfühlecke" mit einem Le Corbusier Sessel, Eileen Gray Tisch und einem Standart-Abreisskalender wurde mit einer einzelnen eingerahmten, aufgehängten  Zeichnung geschmückt. Der Ausstellungsbesucher konnte in meinem Wohnraum und damit quasi in meinem Leben Platz nehmen und sich die Zeichnungen zu Gemüte führen; darüber zu lachen, sich  betroffen fühlen oder sich vielleicht einfach auch nur wundern, was der Künstler damit ausdrücken wollte. Der Abreisskalender und die eingerahmte Zeichnung suggerierten dabei das Gefühl, es entstehe weiterhin ein Bild pro Tag für das Bildertagebuch.

Diese Diplomarbeit gewann den Ernest Manganel Preis 2006, welcher einmal pro Jahr von der Fondation Ernest Manganel an Absolventen der Ecal verliehen wird.

In Ausstellung:

2006  

Diplomausstellung »F-F-Fin«, l'Elac, Lausanne, CH, 06.07. - 15.07.2006

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