The Grass is Always Greener on the Other Side


























2012-2013
3D-Druck; Polymer, Kunstrasen, Plexiglas
verschiedene Grössen, ca. 35x35x25cm

Ratten sind in unseren westlichen Welt mit negativen Attributen belastet. Sie sind uns als Schädlinge oder überträger von mehr als 70 auf den Menschen übertragbaren Krankheiten bekannt. Ihr Lebensraum liegt im Verborgenen –unter der Erde oder in Kanalisationen– weit weg von der Gesellschaft. Sie weckt in uns keine guten Gefühle, viel mehr Abscheu und Ekel. Im Gegensatz hierzu misst der indische und asiatische Raum der Ratte positive Eigenschaften zu. Dem hinduistischen Gott, Ganesha, dient sie als Reittier und ist ein Symbol für Intelligenz. In der chinesischen Astrologie steht die Ratte, bzw. Maus, an erster Stelle und steht für Ehrlichkeit und Kreativität.

Die Arbeit "The Grass is Always Greener on the Other Side" (übersetzt: "Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite.", oder frei: "Woanders ist es immer besser."), in der die Ratten vermenschlicht dargestellt sind, nimmt die Spannung zwischen der Gesellschaft und dem Individuum auf. Bewusst provozierende Parallelen zum aktuellen Geschehen beschreiben die negativen Eigenschaften der profit-orientierten Gesellschaft als Unterdrücker und Ausbeuter der Erde und der Individuen. Die Ratten sind in Käfigen mit Rasenfläche gehalten und demonstrieren für Themen, welche uns beschäftig(t)en und über die in den Medien in letzter Zeit be-richtet wurden. Aus diesem Grund wurde als Material für die Käfige wurde bewusst Acrylglas gewählt. Die Materialwahl der Ratten aus Polymer nimmt dabei Bezug auf die profit-orientierte Wegwerfgesellschaft und Massenindustrie. Die Haltung der Ratten in Käfigen weist auf den, meist immer schlechteren werdenden, menschlichen Umgang mit anderen Kreaturen oder gar Mitmenschen hin. Bilder aus beispielsweise chinesischen Fabriken, die unseren Konsum befriedigen, kommen auf.

Die Demonstranten fordern Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit, im Allgemeinen eine "bessere Welt", bzw. gegen Unterdrückung, Missmanagement oder Ungerechtigkeit. Dabei werden beim Betrachter Themen, die in den Medien breitgetretenen wurden, wieder wachgerufen und in Erinnerung gebracht. Unsere privilegierte Situation aber auch unsere Ohnmacht die Konflikte zu lösen wird deutlich. Es bleibt die Hoffnung, dass wie im dargestellten Beispiel "Che Guerata" solche Konflikte lösen, auch wenn erst nach Generationen. Die Meinungsfreiheit als grösstes Gut einer Gesellschaft wird hier Ausdruck verliehen. Der Betrachter besinnt sich bei den "Pussy R(i)ats" auch darauf, dass dieses leider ein nicht universelles Recht ist. Die Ratten würden scheinbar einen anderen Lebensraum als den eigenen vorziehen. Eine Ratte ist dabei zu fliehen und seilt sich gerade aus ihrem Käfig ab. Es erwartet sie eine missliche Lage, da (Ratten-)Fallen auf sie warten. Assoziationen einer Flucht aus einem krisen-zerrütteten Land oder von einem unterdrückenden Regime werden ausgelöst und symbolisieren die gefährlichen und teilweise tödlichen Umstände einer Flucht ins Unbekannte.

In Ausstellungen:

2014  

»SHOCK One Shot«, Aranciera di San Sisto, Rom, IT, 04.11.2014

2013  

»Defending Freedom«, Fort Abcoude, Abcoude, NL, 14.09. - 15.09.2013

2013  

»chi«, Atelier Worb Galerie, Worb, CH, 12.02. - 24.02.2013

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